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2 Jahre in Betrieb

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Pflanzenkläranlage seit mehr als zwei Jahren in Betrieb

(Bericht aus dem Jahr 1996)

Vor fast genau 2 Jahren haben wir unsere biologische Kläranlage "eingeweiht". Über diese ersten beiden Jahre möchte ich kurz berichten:

Nachdem wir alle Einrichtungen unserer Anlage überprüft hatten, konnten wir sie getrost ihrer Bestimmung übergeben. In den ersten Tagen und Wochen wurde die Funktion sehr genau beobachtet, kamen doch viele Besucher aus anderen Gemeinden und auch 2-3 Thaler um sich die Funktionsweise erklären zu lassen.
Bereits nach eineinhalb Monaten wurde die erste Überprüfung des geklärten Wassers durch ein anerkanntes Institut durchgeführt. Durch diese Untersuchung wurde die volle Funktionstüchtigkeit bestätigt. Nachdem die Anlage (wegen des Winters sogar noch ohne jeglicher Bepflanzung) so hervorragend funktionierte haben wir bei der Gemeinde (die ja Träger des Umweltschutzpreises ist) um eine Ausnahmegenehmigung zum Kanalgesetz §4/1 bei Bgmst. Urdl angesucht. Nach mehr als 8 Monaten haben wir den Bürgermeister aufmerksam gemacht, daß unserer Antrag noch immer nicht behandelt wurde. Nach weiteren 8 Monaten, in denen keinerlei Reaktion von Seiten des Bürgermeisters erfolgte wurde ein Devolutionsantrag gestellt. Damit wird einem Verwaltungsorgan, in unserem Fall einem nichttätigen Bürgermeister, die Entscheidungsgewalt entzogen und der Fall an die nächste Instanz weitergegeben (an den Gemeinderat). In der Gemeinderatssitzung zeigten sich die einen Gemeinderäte wenig flexibel und andere sehr loyal. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde unser Antrag abgelehnt. Ein Hoch der Gemeinde als Träger des Umweltschutzpreises. Von der Eingabe bis zum Bescheid dauerte es mehr als 20 (zwanzig) Monate. Ein Hoch der Gemeinde zur schnellen Bearbeitung von Bürgereingaben.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Niederungen unserer Gemeindepolitik wieder zurück zu Erfreulicherem:

Inzwischen hatten wir von der BH-Graz Umgebung Referat Wasserrecht, im Rahmen der Endkommissionierung unserer Pflanzenkläranlage eine Bewilligung bis zum Jahr 2001 erhalten.

Die nächsten Abwasseruntersuchungen brachten ein noch weiter verbessertes Ergebnis. Dies beweist, daß sich die Anlage immer besser einschwingt. Auch das Schilf begann recht gut zu wachsen.

Bis auf einen kleinen Mangel (durch einen Fehler beim Verlegen eines Rohres entstanden) hat es bisher kein einziges Problem gegeben. Auch der Anfall fester Fäkalien ist weitaus geringer als ursprünglich berechnet und vollkommen geruchsfrei.

Die Kosten eines Betriebsjahres (über die Erstellungskosten von rund 30.000.-- S habe ich schon einmal berichtet) belaufen sich auf ca. 1.200.-- und setzt sich aus der Abwasseruntersuchung, ein wenig Strom für die Pumpe und dem Sackmaterial zusammen. Der Arbeitsaufwand beträgt ca. 1 Stunde pro Monat (eigene Prüfung des Abwassers, Jäten des Pflanzenbeetes und Probeschalten der Pumpe), wobei das Jäten von Jahr zu Jahr immer weniger wird je mehr das Schilf anwächst.

Zusammenfassung: Wir sind unter anderem deshalb sehr froh, daß wir diese ökologisch wirksame Form der Abwasserentsorgung gewählt haben, weil so die letzte Kanalgebührenerhöhung an uns spurlos vorbei geht.

Es ist nur schade, daß in unserer Gemeindeführung Leute sitzen die zu wenig flexibel sind um irgendetwas, was nicht der vorgegebenen Linie entspricht durchzudenken. Wir ersuchen Sie sehr geehrte Gemeinderäte die Scheuklappen wenigstens ein bißchen zur Seite zu rücken und bedanken uns bei GR Sölkner, der uns als einziger mit Rat und Tat zur Seite stand und steht.

Copyright 2000-2007 ThAL - Thaler Alternative Liste - Alle Rechte vorbehalten - zuletzt geändert: 10.07.2002